KROATIEN

Dobor dan Hrvatska (Guten Tag Kroatien)

Kroatisches Inselhopping 25. - 30.08.2015

Es soll heute schon sehr früh, von Cavtat in die Bucht Saplunara auf die Insel Mljet gehen. Kaum sind wir aus der Ankerbucht, stehen bei relativ wenig Wind ständig 1,5 bis 2 Meter Welle aus Süd da. Wo kommen die denn auf einmal her? So viel Wind war doch gestern auf unserem Törn von Albanien bis Kroatien gar nicht. Somit die nach Süden offende Bucht Saplunara ade, neuer Plan Lopud auf der gleichnamigen Insel, da ist die Bucht gegen Wellen aus Süd gut geschützt. Sobald wir an der Ostseite der Insel entlang segeln, ist auch die elendige Welle verschwunden und somit auch das nervige Geschaukel, da einfach zu wenig Winddruck in den Segeln ist. Das kleine herausgeputzte Örtchen Lopud lebt offensichtlich vom Tourismus. Nach einer ruhigen Nacht segeln wir an der Nordseite der Insel Mljet entlang in die große Bucht von Polace. Das Gebiet ist Nationalpark und jeder Besucher wird mit 80 Kuna zur Kasse gebeten, egal ob er den eigentlichen Nationalpark an Land betritt oder nicht. Dafür wird natürlich kein Müll mitgenommen. Da wir die Gegend schon von mehreren Besuchen kennen, ankern wir nur eine Nacht und brechen am nächsten Tag nach Zaklopatica auf der Insel Lastovo auf.

Als wir in die kleine idyllische Bucht einlaufen stehen gleich alle drei Tavernenwirte - ach nein, wir sind ja nicht mehr in Griechenland, hier in Kroatien heißen die Tavernen ja Konobas - an ihren Anlegestegen und holen die Mooringleinen aus dem Wasser und winken. Es ist jedoch noch genug Platz und so ankern wir auf 10 Meter Wassertiefe in wunderschönem Wasser und nehmen erst mal ein ausgiebiges Bad. Da Lastovo relativ weit von den Charterbasen entfernt ist, sind hier auch im Hochsommer fast nur Eignerschiffe unterwegs. Allerdings sollte man hier besser nicht zum Einkaufen müssen. Für 2 Döschen Bier, ein kleines gummiartiges Brot und 380 Gramm gefrorene Hähnchenbrust zahlen wir schlappe 10 Euro. Das ist das teuerste Bierchen seitdem wir unterwegs sind, 0,5 Liter kroatischer Gerstensaft schlägt mit jeweils 1,50 zu Buche. Natürlich war in dem „Mini“Markt kein einziges Produkt ausgepreist, blöder Anfängerfehler von uns! Der nächste Wind bringt uns nach Vis, auf der gleichnamigen Insel.

Unser aktueller Hafen- und Buchtenführer von 2015 hatte dort noch eine Ankerzone eingezeichnet. Aber Pustekuchen, ein riesiges Ankerverbotschild steht unübersehbar am Ufer. Wir entscheiden uns notgedrungen für eine wunderbare rote Boje, die recht stabil an einer armdicken Trosse hängt. Wir sind noch keine 5 Minuten fest, als die zugegebenermaßen recht netten Jungs von der Port Authorithy zum Kassieren am Boot sind. So was von fix! Die brauchen definitiv keine EU-Subventionen!!! Nur 40 Euronen hätten sie gerne für die Boje, dabei stufen sie unsere Bootslänge sogar niedriger ein. Wir glauben uns verhört zu haben, wir wollten die Boje nicht kaufen, fragen zweimal nach. Nein, der Preis bleibt, und das um für eine Nacht, ein Schiffchen dranzuhängen. Sie trösten uns damit, dass es am Stadtkai, der nur 30 Meter entfernt liegt und weder Wasser, Strom noch Sanitäranlagen bietet und an manchen Stellen zudem bestialischen Gestank gratis ist, glatt das Doppelte gekostet hätte. Da werden auf einmal die kroatischen Marinas mit Ihrer gesamten Infrastruktur sowie Landstrom und Wasser wieder günstig. Willkommen im Land der Raubritter, die im Vergleich zu den Griechen auch noch unfreundlich sind. Vielleicht doch ein Bisserl überzogen die Preise. Selbst jetzt im August sind 90 Prozent der Bojen, und fast der gesamte Stadtkai leer. Gar nicht gut für die Geschäfte und Konobas der Stadt. Aber so ist das halt, wenn man den Hals nicht voll genug bekommen kann. Probieren wir doch mal die nächste Insel - Solta steht auf dem Programm. Die FraTi liegt in der schmalen Bucht von Stracinska, brav eingeparkt mit zwei Landleinen.

Sehr schön hier, und so ruhig....bis am Abend noch ein riesiger 45 Fuß Charter Katamaran der Marke Lagoon in die kuschelige Bucht rauscht. Anker runter, Anker rauf, Anker runter, Anker rauf so geht das 30 Minuten. Tja ein schwimmendes Hochhaus am späten Abend in einer Puppenstubenbucht einzuparken macht nicht wirklich Freude. Die ganze Bucht ist beim wohlverdienten Sundowner gestört, und alle Skipper stehen verständlicher Weise wie aufgeregte Erdmännchen an Deck. Frank ist kurz davor ins Beiboot zu steigen und der überforderten bayrischen Crew zu helfen....da kommt gerade wieder ein beherztes gescheid deutsches:"Anker raus!" Tina bemerkt noch, dass das jetzt aber sehr viel, sogar sehr sehr viel Kette gesteckt wird. Ein lautes Ratter, Ratter, Ratter.......plötzlich rauscht die Kette aus und deren Ende verschwindet mit einem unüberhörbaren.......Platsch! …..Komplette Stille. Der Anker samt Kette erfolgreich versenkt. Da hat wohl der Vercharterer das Kettenende nicht am Boot festgeschäkelt oder anderweitig fixiert, und bei der Übernahme hat das weder Skipper noch ein Crewmitglied kontrolliert. Ein teurer Fehler, denn die Kaution von 1.000 Euro dürfte wohl weg sein, wenn man ohne Anker und Kette das Boot zurückgibt. Die 10 Crewmitglieder des Cats stehen am Bug und starren ratlos ins kristallblaue Nass. Einer sagt: "Jetzt isser weg!" Ein wahres Wort zur rechten Zeit. Der viel zu große Katamaran rauscht jetzt plötzlich mit Volldampf aus der kleinen Bucht. Wir wollen schon die Tauchflasche und Atemregler bereit machen, um den verlorenen Parkhaken wieder ans Tageslicht zu befördern, doch die Bootsnachbarn, anscheinend erprobte Apnoe Taucher sind schneller. Ein mit 150 PS motorisiertes Rib (Schlauchboot mit Festrumpf) eilt dem Cat nach, während die Jungs die Ankerkette wieder an die Oberfläche tauchen. Dem nicht genug, sie dürfen auch gleich noch die die Kette samt Anker wieder am Cat befestigen, da die Crew samt Skipper völlig überfordert ist. Wir hoffen, dass wenigstens ein gescheites Trinkgeld herausgesprungen ist....

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Extrembuchteln 30.08 - 04.09.2015

Die FraTis warten auf Besuch in der Bucht Necujam auf der Insel Solta. Diese liegt praktisch gegenüber von Split wo wir Michaela und Volker von der La Gitana aufpicken wollen, die wir auf zum Jahreswechsel auf den Philippinen besucht hatten. Wir sind schon etwas früher dran, und verbringen die Wartezeit auf deren Ankunft mit Extrembuchteln.

Türkises Wasser, Schwimmen, Lesen, rumsandeln. Passt wunderbar.

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Genusssegeln 07.09 - 19.09.2015

Unser sehnsüchtig erwarteter Besuch trifft gleichzeitig mit der Bora (starker und böiger bis stürmischer Wind aus Nordost) ein.

Dann erst mal Landprogramm. In Split betreten wir das historische Zentrum durch das Golden Gate und schlendern kreuz und quer durch den weitläufigen Diokletianspalast. Die Innenstadt von Split wurde mit dem Palast 1979 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt, da freut sich der Skipper mit seiner Vorliebe für solche Orte. Heute leben dort ca. 200.000 Menschen, und sie gilt als inoffizielle Hauptstadt Dalmatiens. Uns persönlich gefällt sie wesentlich besser als Dubrovnik, obwohl sie fast genauso überlaufen ist. Auch Trogir und das malerische Primosten besuchen wir mit Michaela und Volker und wie immer gibt's viel zu erzählen. Ach ja, fast hätten wir es vergessen, ein Bisschen Bewegung auf dem Wasser - Segeln genannt - ist auch noch dabei. Die nächsten Tage vergehen mit Schwimmen, Faulenzen, Ratschen, Segelgeschichten, gemeinsamen Kochen.

 

Das Wetter der nächsten Tage passt einfach, alles wunderbar, Genacker segeln, frisch getauchte Austern schlürfen, eine weitere Perle Kroatiens wird besucht, das Städtchen Hvar auf der gleichnamigen Insel. Weiter geht´s mit Fachsimpeln, vor dem Jugo (starker Südostwind) verzupfen, Schwätzchen halten und das bunte kurzweilige Programm des allgegenwärtigen Buchten- und Hafenkinos genießen, von allem ist etwas dabei, natürlich auch der legendäre FraTi Kaiserschmarrn.

Es gibt nur wenige Menschen mit den man es einfach gut und lange auf einem engen Schifferl aushalten kann - klingt für jemanden der noch nie auf einem Schiff war, zwar hart. Aber für alle anderen ist es die die höchste Auszeichnung. Leider vergeht die Zeit viel zu schnell und wie im Flug. Danke Euch Zweien für die schönen und unvergesslichen Wochen an Bord der La Gitana und FraTi. Das nächste Treffen wir wohl leider an Land stattfinden... Aber mia gfrein uns trotzdem scho sakrisch drauf.

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Stürmischer Crewwechsel 20.09. - 29.09.2015

Michaela und Volker sind von Bord. Skippers Bruder Markus und Neffe Philipp kommen an Bord. Sauber, mir gfrein uns. Im Gepäck haben sie einen unerwünschten windigen blinden Passagier, der sich sozusagen lautstark Luft verschafft.

In der Nacht bläst es mit 50 Knoten (Windstärke 10 = schwerer Sturm). Willkommen Bora! Trotz zwei Mooringleinen und zusätzlicher Seitenspring, die allesamt noch mal extrem nachgezogen werden, besteht die Bordfrau auf eine dritte Mooring, da wir exponiert und ohne Nachbarn im Hafen liegen und der Nordostwind voll auf die Backbordseite trifft. Gute Idee, die meisten anderen Schiffe haben ebenfalls aufgerüstet und liegen wie die Spinnen im Netz von im Mooring- und Festmacherleinen. Das Bimini besser noch weggebaut, Luke zu, Abendessen, alles gut. An Schlaf allerdings in der Nacht nicht zu denken, es pfeift und jault, es ächzt und schlägt, schauckelt und ruckt, und die Wellen platschen ohrenbetäubend am Heck. Nach endlos langer Nacht - es bläst am Morgen nur noch mit 35 Knoten - unser Schifferl ist wohlauf, keine Schäden.

Anderes Bild bei den Nachbarn. Genua zerfetzt, Bimini zerrissen, den Steg geküsst. Alles nicht schön und vor allen Dingen teuer. Und das in der Marina, sogar drei wunderschöne alte Olivenbäume hat es in der Nacht entwurzelt. Wie stand es doch im Küstenhandbuch...Die Bora kann in der Marina Kastella extrem stürmisch wehen. Die Segelmacher freut das sicherlich. Am Nachmittag scheint sich der Wind zu beruhigen, und raus geht’s. Ziel die südliche Bucht Stracinska auf Solta, dort finden wir am Abend ein schönes, schaukeliges Plätzchen für die Nacht. Schwell steht hier herein...aber irgendwo müssen die Wellen ja einfach hin...Der nächste Segeltag bringt uns in die grüne Bucht von Tri Luke auf der Insel Korcula. Eigentlich sehr schön hier, wenn nicht in einem Zipfel der Bucht ein riesiger angeschwemmter Plastikmüllberg die Idylle trüben würde. Das Wasser ist allerdings auch hier so klar, dass wir locker die 8 Meter auf den Ankergrund blicken können. Nach einer ruhigen Nacht geht’s weiter nach Mali Lago auf dem Inselchen Lastovo. Dort treffen wir zu unserer großen Freude nochmal Helena und Hans-Jörg von der Fiasko 2. Am nächsten Tag Regenpause. Die nutzen wir zu einem zünftigen Frühschoppen mit Linseneintopf und Würsteln auf der FraTi. Helena und Hans-Jörg sind natürlich auch mit von der Partie und bedanken sich mit echt schweizerischen Basler Leckerli. Am Freitag segeln wir im Doppelpack die kurze Distanz von nur 5 Meilen in die Bucht von Zaklopatika.

Dort ankern wir und erkunden am Abend den idyllischen Ort Lastovo, das hoch oben in den Bergen liegt. Die schnuckelige Ortschaft mit den wunderschönen alten Steinhäusern liegt in einer Hochebene und mit den angrenzenden Feldern, Obst- und Olivengärten wirkt sie wie ein kleines Selbstversorgerparadies. Wir speisen Fisch und Kalamari zu zivilen Preisen in einem kleinen Gasthaus und marschieren im Dunkeln die 3 Kilometer zurück zu den Schiffen .Am nächsten Morgen fahren wir nach Ubli zum Einkaufen und wollen eigentlich noch eine Nacht auf Lastovo bleiben, aber der Wetterbericht verspricht nicht wirklich Gutes. Es soll die nächsten Tage wieder mit Bora zu rechnen sein. Also ab nach Vela Luka, Kurs Korcula.

Der nächste Wind weht uns Nach Vis in die Bucht von Komiza. Die Überfahrt ist schon ruppig...tja und dann sind wir die nächsten Tage festgeweht. Von der Bucht aus sehen wir die hohen Wellen die sich am Horizont um das westliche Kap brechen. Zurück nach Kastella bei Split, wo unsere Gäste die Heimfahrt antreten wollen, würde mindestens 10 Stunden voll gegenan bedeuten. Also entschließen Markus und Philipp mit dem Bus von Komiza nach Vis zu fahren, dort die Fähre nach Split zu nehmen, mit dem Bus dann nach Kastella von dort mit dem Auto dann heim nach Rottau zu fahren... Tut uns ja leid, aber so ist Segeln halt, gegen die Natur sind wir machtlos. Wir bleiben noch eine Nacht, und haben dann am nächsten Tag eine schaukelige Überfahrt mit immer noch 2 Meter Welle nach Rogoniza. Nicht wirklich schönes Segeln und die nächsten Tage versprechen weiterhin nichts Gutes...

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